Verwandlung

4 09 2009

Ich erlebe Gott gerade als den großen Verwandler.
Ich weiß schon lange, dass er einer ist, der gerne verwandelt, verändert oder umformt und ich glaube auch, dass er das echt kann. Ich wünsch es mir auch oft und bete darum, meist im Bezug auf Situationen, die ich als unangenehm empfinde. Und nicht selten passiert dann auch etwas.
Aber so richtig spaktakulär wird es, wenn der große Verwandler bei mir persönlich ansetzt: Wenn er mein Innerstes verändert und umformt. Wenn er spürbar Hand anlegt, um mein Denken und sogar mein Fühlen zu verwandeln. Genau das hab ich in den letzten Tagen erlebt.

Ich glaube vorgestern war es, da hatte ich einen solchen Anfall von Wut und Verzweiflung wie nicht mehr seit ich 3 war (oder so).
Zuerst überschwemmten mir Zornestränen den Blick, dann schluchzten sich mehrere hilflose Schreie aus meiner Kehle und, weil niemand da war, den ich hätte würgen können, schleuderte ich zuletzt das Teil, das ich grade in der Hand hatte, mit aller Kraft in die nächstbeste Ecke. Dann war der Anfall vorüber, aber nicht die Wut und auch nicht die Verzweiflung.
Ich glaube, ich wäre zu sonst was im Stande gewesen; da meine ich, Gottes Blick auf mir zu spüren. Und ich blicke zurück und sehe auf einmal so viel. So viel mich und so viel ihn … da konnte ich nur flüstern: „Hilf mir!“
Und dann ist es ruhig geworden in mir und die Verzweiflung und die Wut wichen aus meinem Inneren wie die Dunkelheit weicht, wenn die Sonne aufgeht.
Und ich denke an Jesus, wie er dem Wind und den Wellen gebietet, so dass sich der Sturm in Stille verwandelt.

Und jetzt noch die Geschichte von heute morgen.
Man wacht doch manchmal auf und kann sich überhaupt nicht rühren, weil eine tonnenschwere Last – oder in meinem Fall, ein tonnenschwerer Haufen kleinerer Päckchen – einen niederdrückt. Bei mir kommt das gar nicht so selten vor, aber in der Regel hab ich es bis spätestens nach dem Frühstück geschafft, festzustellen, dass mir einige Päckchen gar nicht gehören, andere geb ich im Gebet direkt an Gott ab und den Rest verdränge ich auch gerne mal. Also bin ich bis spätenstens Mittags wieder gut drauf.
Heute hat das nicht funktioniert. Vielleicht, weil mir zu viele der Päckchen tatsächlich gehören und darauf warten, angepackt zu werden …
Aber es sind so viele! Und manche sind mir viel zu schwer! Und ich fühl mich ja auch so gar nicht fit!

… und manchmal kommt mir leben schwerer vor als sterben.

Und dann hilft auch keine Tasse leckerer Cappuccino, und dann bringt auch eine Stunde Sport und Schwitzen keine Aufhellung (alles probiert heute), und dann weiß ich nicht mehr, was ich machen soll, also denke ich wieder leise „Hilf mir!“

Und jetzt sitze ich hier und bin voller Freude, so dass ich mal wieder schreiben muss. Wo die Freude herkommt? Keine Ahnung.
Aber ich denke an Jesus, wie er aus Wasser Wein macht und wie sein Reichtum unsren Mangel in Fülle verwandelt.

Ich erlebe Gott gerade als den großen Verwandler.

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