Kein Caro Kaffee!

4 01 2013

P1040175 Heute morgen gab es für Pius Futter aus der Dose, einer leeren Caro Dose nämlich.
Ich hatte seine Ration Trockenfutter in eine Papiertüte geschüttet, das Ganze in die Caro Dose gestopft und dann den Deckel drauf gemacht.
Dann ging es los:
Erst mal versuchen den Deckel abzukriegen. Mit Erfolg.
Dann die Papiertüte rausziehen. Mit Erfolg.
Anschließend die Papiertüte zerfetzen, um ans Futter zu kommen. Mit Erfolg.
Oh, es sind auch noch ein paar Futterteilchen in der Dose. Kopf reingesteckt. OHNE ERFOLG.
Stattdessen steckte der Kopf in der Dose fest!
Ach Du liebe Zeit!
Aber dann doch kein Problem:
Erst mal hinlegen und mit beiden Pfoten die Dose wieder vom Kopf streifen. Mit Erfolg.
Danach die Dose so lange mit Schnauze und Pfoten herumgekullern bis alle Futterstückchen herausgefallen sind.
Und schließlich kann man mit der Dose noch spielen und so tun, als wäre sie eine Maus.

Der Pius … der ist nicht nur süß, der ist auch gescheit!
Der tolle! 🙂

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Gefährde die Arbeit!

4 01 2013

Das tue ich hiermit!
Anstatt mich an die Arbeit zu machen, hab ich mich dazu entschieden, sie erst einmal liegen zu lassen, um hier etwas zu schreiben.
In meinem Andere Zeiten Adventskalender (geht bis zum 6.1.) war heute folgender Text von Peter Handke zu lesen:

Spiele das Spiel. Gefährde die Arbeit: Sei nicht die Hauptperson. Suche die Gegenüberstellung. Aber sei absichtslos. Vermeide die Hintergedanken. Verschweige nichts. Sei weich und stark. Sei schlau, lass dich ein und verachte den Sieg. Beobachte nicht, prüfe nicht, sondern bleib geistesgegenwärtig bereit für die Zeichen. Sei erschütterbar. Zeig deine Augen, und wink die anderen ins Tiefe, sorge für den Raum und betrachte einen jeden in seinem Bild. Entscheide nur begeistert. Scheitere ruhig. Vor allem hab Zeit und nimm Umwege. Lass dich ablenken. Mach sozusagen Urlaub. Überhör keinen Baum und kein Wasser. Kehr ein, wo du Lust hast, und gönn dir die Sonne. Vergiss die Angehörigen, bestärke die Unbekannten, bück dich nach Nebensachen, weich aus in die Menschenleere, pfeif auf das Schicksalsdrama, missachte das Unglück, zerlach den Konflikt. Beweg dich in Eigenfarben, bis du im Recht bist und das Rauschen der Blätter süß wird. Geh über die Dörfer. Ich komme dir nach.

Das gefällt mir.

Und dazu ein paar Zeilen von Hildegard von Bingen:

Freie dich, denn Gott hat dich so in der Hand, dass du dich in keiner Weise auf die eigene Sicherheit zu stützen brauchst.





Komplett daneben!

14 12 2012

Ich höre mit Erstaunen zu als meine Freundin Judika, eine Künstlerin (!), im Hintergrund von einem Blatt Papier vorliest:

Präparieren einer Kavität und Restauration mit Kompositmaterialien, in Adhäsivtechnik, dreiflächig, ggf. einschließlich Mehrschichttechnik, einschließlich Polieren, ggf. einschließlich Verwendung von Inserts. Füllungsfläche: mod abzüglich BEMA 13c.

Boah, denke ich, die Judika hat’s drauf: Restauration, Mehrschichttechnik, Polieren, abzüglich BEMA 13c… Was die alles kann! Und was das wohl für ein Kunstwerk wird? Vermutlich handelt es sich um einen komplizierten Auftrag, eine große Herausforderung!
Klar, schließlich ist sie selbstständig: da kommen Anfragen und Aufräge rein. Ich bin beeindruckt!
Bis sie sagt:

… ist gleich: Wurzelbehandlung.





„Wir schauen der Wahrheit ins Auge“

10 12 2012

Dieses Lied von Albert Frey haben wir heute Morgen in der Andacht gesungen, und gelesen haben wir 1. Johannes 1,5-10.
WIR schauen der Wahrheit ins Auge…

Ha! Da kann ich doch nur lachen!

Ich meine, dass ICH mich davor drücke, der Wahrheit ins Auge zu sehen, okay. Ich würde darin nur meinen Minderwertigkeitskomplex sehen, den ich für gewöhnlich versuche hinter schönen Kleidern und tadelloser Leistung zu verbergen.
Der Blick ins Auge der Wahrheit würde mir außerdem meine Ängste offenbaren und das, was ich in der Vergangenheit war, während ich in der Gegenwart so tue, als sei ich jene nie gewesen. Der Blick ins Auge der Wahrheit würde mich mit der Realität konfrontieren!
Kein Wunder, dass ich mich davor drücke.
Darum singe ich das Lied ja auch nicht mit.

Aber WIR schauen der Wahrheit ins Auge, das kann ja bloß ein Witz sein.
Wenn Gemeinde dieses Lied singt, kann sie nur meinen: Wir schauen Jesus ins Auge, dem Lieben, dem Heilland.
Auf alle Fälle bedeutet es wohl nicht: Wir sind bereit, uns die Wahrheit über uns zeigen und sagen zu lassen. Oder?
Die Gemeinde jedenfalls, die ermutigt ehrlich zu sein, die nicht heillos überfordert ist, wenn einer die Hosen runter lässt, die möchte ich mal kennelernen.
Die christliche Gemeinschaft, die Gefühlen Raum gibt (nicht nur den positiven), in der Aufrichtigkeit erwünscht ist und man damit am Ende nicht alleine dasteht, die möchte ich mal sehen.
Die Gemeinde, die die Wahrheit über sich selbst aushält, die soll meine Gemeinde sein.

Vielleicht werde ich diese Gemeinde eines Tages finden…
Vielleicht an dem Tag, an dem ich selbst bereit bin, mir die Wahrheit über mich zeigen und sagen zu lassen?
Vielleicht in dem Moment, in dem ich mich selbst ehrlich aushalte, auch ohne Hosen?
Vielleicht zu jener Zeit, da ich meinen Gefühlen (auch den unangenehmen) Raum gebe und aufrichtig werde mit mir selbst?





Ich bin dann mal wieder da

6 12 2012

Ich bin wieder da… auf meiner Blogseite.
Ich bin wieder da… in der Neuen Hoffnung (siehe unten).
Ich bin wieder dabei… mich wieder zu finden.

Es duftet nach Essen – Elisabeth kocht zu Mittag.
Andrea (Namen wurden von der Redaktion geändert) steht bei ihr und erzählt, dass sie gestern der Sozialstation, bei der sie sich beworben hat, eine Zusage gegeben hat. Wieder eine, die ausscheidet aus dem hauptamtlichen Dienst und in ihren alten Beruf zurückkehrt. Erst mal.
Martin sitzt auf der Couch im Wohnzimmer und liest in der „Aufatmen“. Er hat einen Manager Job in der Wirtschaft und ist total erschöpft. Sein Körper streikt.
Und ich sitze am Esstisch, schreibe und behalte gleichzeitig das Kaminfeuer im Auge. Der Ofen zieht nicht, es qualmt mehr als dass es brennt. Vielleicht ein Sinnbild für mein Befinden derzeit?

Zwei Wochen werde ich hier sein. Und neben dem Schoko-Nikolaus, der heute Morgen vor meiner Tür stand, empfange ich das Geschenk der Zeit.
Zeit, um zu sitzen und leise Musik zu hören: Andrea Adams-Frey „lebendig“.
Zeit, um mit anderen gemeinsam an der langen Tafel zu sitzen, zu essen und zu reden.
Zeit aus dem Fenster zu sehen. Zeit für ein Bad, für Spaziergänge, für eine Tasse Tee vor dem Adventskranz mit bisher einer brennenden Kerze.
Auch Zeit für Gespräche mit der Therapeutin. Das ist weniger entspannt, das ist Arbeit.
Aber Arbeit an MIR, Beschäftigung mit MEINEM Inneren, mit MEINEM Herzen.

Ich hatte mich mal wieder verloren. Jetzt bin ich wieder da, komme zu mir, tauche wieder auf, taue wieder auf.
Welch ein Privileg, Zeit dafür zu haben! Wer hat das sonst?
Oder sollte ich sagen, wer nimmt es sich?





Ich heirate mal einen Holländer

2 08 2011

Diese Stroopwaffeln machen süchtig!
Fürchte, ich werde bis gegen Abend eine ganze Packung (10Stck) gegessen haben … und eine hab ich noch auf Vorrat …





Mein letzter Tag …

25 06 2011

… in der Neuen Hoffnung.
Die Neue Hoffnung ist eine Art vorübergehendes Zuhause für ausgebrannte Hauptamtliche und Missionare, eine christliche Lebensgemeinschaft zum Aufatmen.

Nach meinem Burnout und den beiden darauffolgenden Klinikaufenthalten konnte ich hier wieder zu Kräften kommen und mich auch geistlich wieder aufrichten lassen.
Ein wunderbarer Ort, an dem jeder sein darf wie er ist. Fast ein Stückchen Himmel auf Erden.
Und die Engel in diesem Haus sind Gisela Stübner, Iris Völler, Elisabeth Antritter und Elisabeth Rupprecht. Sie sind Seelsorger- und Therapeutinnen und sie begleiten uns 7-10 Bewohner/innen mit viel Herz und vor allem mit großer Kompetenz.

Bevor ich hier her kam war mir nicht bekannt, wieviele Hauptamtliche und Missionare mit schweren inneren Nöten aus ihrem Dienst ausscheiden müssen, weil sie einfach nicht mehr können. Klar hörte man gelegentlich mal von einem Kollegen, der wieder zurückgegangen ist in seinen alten Beruf, aber wen interessierten schon die Hintergründe.

In unseren Gemeinden liegt so viel Augenmerk auf jenen, die vorne reinkommen.
Aber wer zählt jene, die hinten wieder rausfallen: verletzt, geprellt, ausgenutzt, erschöpft und fertig mit Gott und der christlichen Welt?
Ich kenne (noch) keine Zahlen, aber ich kenne Namen, habe im letzten Jahr etliche solcher Menschen kennengelernt und ich weiß, dass es viele sind.

Mein Wunsch wäre, dass jeder von ihnen einen Ort findet, an dem er neue Hoffnung schöpfen kann, so wie ich.
Mein Herz hat angefangen, für jene zu schlagen, die sich durch ihr Erleben in christlichen Familien und Kreisen abgekehrt haben von allem, was „fromm“ ist.
Und ich trauere um all die, welche ihr Herz auch vor Gott verschlossen haben.

Dabei gibt es Hoffnung!
Und es gibt das Haus der NEUEN HOFFNUNG, aus dem ich morgen leider ausziehen werde, jedoch mit neuer Hoffnung im Herzen und auch mit neuer Hoffnung für den Menschen, der nach mir einziehen wird.